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Lernen und lernen lassen.

Die Kinderbetreuung ist mehr als nur Aufbewahrung von Kindern. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Studium ist unerlässlich, aber nicht alles. Kinderbetreuung muss als Ausgleich von Benachteiligungen angesehen werden und das ist für uns zentral. Kinderbetreuung ist in Deutschland noch immer unter „Soziales“ zu finden. Kindertagesstätten sind aber keine staatlichen Fürsorgeangebote für überforderte Eltern. Sie sind grundlegendes Element erfolgreicher Bildungspolitik. Deshalb gehört die Verantwortung von Kindertagesstätten ins Bildungsressort.

Die Kinderbetreuung auch für die unter Dreijährigen endlich flächendeckend auszubauen ist ein richtiger Anspruch. Aber wo und wie ist die Frage. Bremen macht es sich in dieser Frage zu einfach. Kinderbetreuung kann Benachteiligungen nur ausgleichen, wenn die Versorgungsquote in Borgfeld nicht mehr doppelt so hoch ist wie in Gröpelingen. Eine solche Nachfrageorientierung hat bei den kleinsten Bremerinnen und Bremern nichts verloren! Der Ausbau muss nach Höhe der Sozialindikatoren erfolgen. Zudem muss der rechtliche Anspruch auf einen Krippenplatz richtig umgesetzt werden. Es kann nicht sein, dass Eltern den Anspruch nur vollständig geltend machen können, wenn beide in Vollzeit arbeiten. Der Kindergartenplatz fürs eigene Kind darf auch nicht von Konfession oder Weltanschauung abhängig sein. Solange bei der Bewerbung um Plätze etwa bei der Bremische Evangelische Kirche die Frage nach der eigenen Religion beantwortet werden muss, läuft etwas falsch! Doch das reicht nicht. Kindertagesstätten gehören grundsätzlich in öffentliche Hand. Wenn zukünftig möglichst alle Kinder betreut werden, dann sind Eltern de facto gezwungen, ihre Kinder in nicht-öffentliche Einrichtungen weltanschaulich oder religiös geprägter Träger zu geben. Der Eigenbetrieb von Kindertagesstätten in Bremen muss erste Priorität haben.

Die dringend notwendige Verbesserung des ErzieherInnenstatus in Ausbildung und Bezahlung ist noch immer nicht vollzogen. Für die ersten AbsolventInnen der jüngst eingerichteten Frühpädagogik-Studiengänge gibt es noch nicht mal eine Tarifeingruppierung. Dem muss Priorität zugemessen werden, um den Beruf endlich aufzuwerten. ErzieherInnen leisten Elementares für unsere Kinder und sind dabei oft unterschätzten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Zu den Bemühungen der Politik um die ArbeitnehmerInnen muss auch gehören, dass öffentliche Beschäftigung vorgezogen wird, denn sie bietet die besten Arbeitsbedingungen.

 

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