Bildung

Gute Bildung muss Schule machen.

Wir wollen nicht, dass die Bildung der Kinder dieser Stadt vom Geldbeutel der Eltern oder ihrer sozialen Lage abhängt. Wir wollen, dass Kinder aller Schichten zusammen und vor allem voneinander lernen können. Wir fordern daher die Integration der Gymnasien in die Oberschulen. Wir wollen ein gemeinsames Lernen innerhalb des Klassenverbandes, das auf jeden Schüler individuell eingeht sowie eine hundertprozentige Inklusion von behinderten Schülerinnen und Schülern.

 

Eine gerechte und solidarische Schule für alle!

Keine Privatisierung von Schulen: Wir wollen keine Schulpartnerschaften mit Firmen und nicht, dass private Schulen zum Ersatz von allgemeinen Schulen werden. Ebenso wollen wir kein Turbo-Abitur in weniger als 13 Jahren. Was für alle anderen Bereiche gilt, muss auch Leitfaden im Bildungsbereich sein: Für die Eltern muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Zusammenhang mit der Schule her- und sichergestellt werden. Ein Ausbau der Ganztagsschulen ist daher unerlässlich. Individuelles und selbstständiges Lernen der Schülerinnen und Schüler in Gruppen und Projektarbeiten muss möglich sein. Das Recht auf Unterrichtsevaluation durch die Schülerinnen und Schüler ist auszubauen. Wir fordern daher auch, dass individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler durch kostenlose Angebote für Nachhilfe und Ähnliches ermöglicht wird. Lern- und Prüfungsstress sind allgemein stark ausgeprägt und führen allzu oft zu kurzfristigem Lernen für die Klassenarbeit ohne Erkenntnisgewinn. Wir möchten die Noten in numerischer Form und Abschlussprüfungen in Zukunft abgeschafft sehen und wollen uns an der Konzeption solcher Vorhaben aktiv beteiligen.

 

Öffnung der Hochschulen.

Machen wir’s kurz: Die SPD muss der Garant gegen Studiengebühren sein und das bedeutet, dass die Langzeitstudiengebühren und somit das Studienkontenmodell abgeschafft gehören!

Die Bundesregierung macht vor, wie es nicht geht. Sie geht nach der Devise vor: wer hat, dem wird gegeben. Bremen soll sich im Gegensatz dazu auf Bundesratsebene dafür einsetzen, das BAföG auszuweiten und zu erhöhen. Das Stipendienprogramm der Bundesregierung ist an elitärer Geisteshaltung und Wirtschaftsideologie nicht mehr zu übertreffen und abzulehnen. Wir brauchen eine Studienfinanzierung, die allen hilft, ihren Start ins eigene Leben wirklich unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu gestalten. Wir fordern deshalb das elternunabhängige BAföG.

Das neue Hochschulgesetz hat die Uni endlich auch für Meister geöffnet. Sie muss sich noch weiter öffnen. Klugheit definiert sich nicht nur durch das Abi. Die Wege des zweiten Bildungsweges müssen kürzer werden. Das gilt für Hochschulen allgemein, aber ganz besonders für die Unis. Die in vielen anderen Ländern unbekannte Trennung von Universität und Hochschulen beschränkt auch die Studienmöglichkeiten der Studierenden unnötig und dient nur noch dem Statuserhalt. Die Trennung zwischen Universität und Hochschule Bremen wollen wir aufheben.

 

Mehr Demokratie wagen – jetzt mal wirklich!

Willy Brandt wollte in den 70er-Jahren alle Gesellschaftsbereiche demokratisieren. Doch in Bremen hat jedes neue Hochschulgesetz die Rechte der Rektoren immer weiter ausgeweitet und demokratische Mitbestimmung, besonders der Studierenden, immer weiter beschnitten. Wir fordern die Wiedereinführung der Drittel-Parität und die Ausweitung der direkt gewählten Organe. Für die verfassten Studierendenschaften kämpfen wir gemeinsam mit den SchülerInnen für das allgemeinpolitische Mandat ihrer Vertretungen.

Viele Studierende absolvieren ihr Studium in der Regelstudienzeit. Aber es ist auch kein Verbrechen, es nicht zu schaffen. Vor allem dann, wenn den Studierenden Steine ― besonders finanzieller Art ― in den Weg gelegt werden. Die Studiengänge müssen wieder so gestaltet werden, dass sie auch ernsthaft studiert werden können. Es geht dabei nicht nur um den altbekannten Professor, der sich mit seinem Kollegen den Dauerwettbewerb um die höchsten Durchfallquoten liefert. Wer erwachsenen Menschen jedes pingelige Detail ihres Studiums vorschreibt, lässt Humboldt im Grab rotieren.

Der Bologna-Prozess muss stark korrigiert werden und die StudierendenvertreterInnen brauchen beim Kampf gegen diese Strukturen endlich wieder politische Unterstützung und das muss zur Not auch gesetzlich festgeschrieben werden. Während unsere älteren Geschwister oder Eltern noch auf Diplom oder Magister durchstudieren konnten, müssen wir uns nach dem Prüfungsstress in der Oberstufe im Bachelorsystem der nächsten Selektionshürde stellen. Wenn die Rektoren Statistiken über die Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt wälzen, haben sie den Schuss nicht gehört! Wir wollen mehr als dem Arbeitsmarkt dienen. Bildung ist mehr als Ausbildung. Wir wollen dasselbe wie unsere Geschwister und Eltern: Die Möglichkeit zum freien Studium und einen Masterstudienplatz für alle!

 

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